Letztes Update am 31.01.2008
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US-Zinssenkung


Die US-Notenbank hat am 22.01.2008 mit dem heftigsten Zinsschritt seit fast einem Vierteljahrhundert auf die Konjunkturrisiken für die weltweit größte Ökonomie reagiert. Die Lage an den internationalen Börsen stabilisierte sich daraufhin etwas, die Anleger bleiben aber nach den erdrutschartigen Verlusten des Vortages weiter nervös. Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) geht davon aus, dass die Aktien weltweit noch weiter fallen werden. Der Vorsitzende der Eurogruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, hält eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) trotzdem für unwahrscheinlich. Als Grund verwies Juncker auf die Inflationsgefahr in Europa. Zwar würden sich bestimmte preistreibende Elemente im Laufe des Jahres abschwächen, doch die Inflation sei dennoch der größte Feind des einfachen Mannes.

In Folge der schwachen Weltbörsen sank auch der Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl sank in New York um 72 Cent auf 89,85 Dollar und schloss damit zum ersten Mal seit Anfang Dezember unter 90 Dollar. Vorübergehend fiel der Preis sogar auf 86,11 Dollar. Auch in Europa haben sich die Kurse nach der US-Leitzinssenkung um 75 Basispunkte (auf 3,5 %) stabilisiert.

Es steigt die Angst, dass die Finanzkrise nicht nur in eine Rezession in den USA, sondern auch in ein abruptes Ende des Wirtschaftswachstums in Europa und Asien münden könnte. Für die USA gehen die Ökonomen davon aus, dass weder die kräftigste Senkung der Leitzinsen seit 1984 noch das geplante milliardenschwere staatliche Konjunkturprogramm die Konjunkturdelle verhindern werden. Europas Politiker bemühen sich jetzt, weitere Panikreaktionen der Investoren zu verhindern. Die Lage in den USA sei nicht mit der europäischen Wirtschaft vergleichbar, betonte Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia beim Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel.

Österreich Wirtschaft wird nach Einschätzung des Wifo durch die geplatzte Börsenblase heuer schwächer wachsen als bisher angenommen. In seiner letzten Prognose vom Dezember ist das Wifo von einem Rückgang des heimischen BIP-Wachstums um 3,4 % 2007 auf 2,2 % 2008 ausgegangen.


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