Pleite der WGKK abgewendet
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Die unmittelbare Bankrott-Gefahr für die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) konnte durch die Stundung von über 30 Millionen Euro abgewendet werden. Gemeinsam mit den höheren Krankenversicherungsbeiträgen verschiebt dies allerdings nur die Linderung der Finanzierungskrise. Die großen Anteile - ein Defizit im Jahr 2007 von 350 Mio Euro und eine weitaus höhere Summe an Gesamtschulden - bleiben. Aus diesem Grund will der Hauptverband der Sozialversicherungen, in den kommenden Tagen offiziell einen Lösungsentwurf präsentieren.
Die Kernpunkte der Therapie dürften dem Vernehmen nach Einsparungen bei den Medikamentenkosten und bei Arzt- und Labor-Tarifen sein. Diese Ideen sind nicht unbedingt neu, allerdings verfolgt man nun eine andere Vorgangsweise. Statt eines Gesamtvertrages über alle Tarife und Honorare, sollen nach dem Willen der Krankenkassen mehrere Teilverträge ausgehandelt werden.
Dadurch will man seitens der Kassen die eigene Verhandlungsposition gegenüber den Medizinern stärken. Man hoffe leichter über Änderungen bei teuren Teilbereichen zu verhandeln, wenn die Gegenseite nicht ihrerseits mit der Kündigung des Gesamtvertrages drohen kann. Auf längere Sicht will man auch bei den Spitalskosten einsparen, da ohnehin immer mehr Patienten zu niedergelassenen Ärzten gehen.
Und auch der Staat soll seinen Beitrag zur Rettung der WGKK leisten. In dem Sanierungsentwurf wird eine Neuverteilung der Steuermittel - immerhin 12,5 Mrd Euro - angedacht. Dies dürfte allerdings nicht ohne Protest der anderen Kassen passieren. Zwar wurde in Wien in den vergangenen Jahren das größte Defizit erwirtschaftet, aber auch andere Kassen stehen knapp vor der Pleite. Für die kommenden Jahre rechnen fast alle heimischen Krankenkassen mit negativen Jahresabschlüssen
