Letztes Update am 21.01.2008
1 2




 

Kosten der Krankenstände


Die Gesundheit der Bevölkerung stellt einen der wichtigsten Faktoren für das Wirtschaftswachstum und die Wirtschaftskraft einer Volkswirtschaft dar. Zu diesem Schluss kommt eine Studie über krankheits- und unfallbedingte Fehlzeiten von unselbstständigen Beschäftigten, die am 09.01.2008 vorgestellt wurde. Krankenstände kosteten 2004 die heimische Volkswirtschaft 6,5 Mrd Euro oder 3,1 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ziel der Studie ist es, die Ursachen für Krankenstände zu analysieren, um in weiterer Folge eine Reduktion der für die Wirtschaft, aber auch für die Allgemeinheit mit hohen Kosten verbundenen Fehlzeiten zu erreichen. Der Bericht soll jährlich mit neuen thematischen Schwerpunkten aktualisiert werden. Seit den 80er Jahren ist die Zahl der Krankenstände in Österreich rückläufig. Nachdem im Jahr 1980 die Spitze erreicht war, verringerte sich ihre Häufigkeit und sie erreichten in den vergangenen Jahren ihre bisher niedrigsten Werte. Die Krankenstandsquote, die ein Maß für den Verlust an Arbeitstagen im Jahresverlauf darstellt, betrug im Jahr 2004 3,3 %. 1980 waren es knapp fünf %. Im Jahr 2006 verzeichneten die heimischen Arbeitnehmer im Schnitt 11,6 krankheits- oder unfallbedingte Ausfalltage. Die Anzahl der Krankenstände nahm zu, allerdings ging die durchschnittliche Dauer der Krankheitsperioden zurück. Die Kurzkrankenstände unter vier Tagen stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich an. Im Jahr 1990 gab es 186 Kurzkrankenstandsfälle pro 1.000 versicherte Personen. 14 Jahre später waren es bereits 262 Fälle. Die krankheits- und unfallbedingten Fehlzeiten werden von zahlreichen individuellen und strukturellen Faktoren mitbestimmt. Dazu zählen Lebensalter, Tätigkeitsbereich, Konjunktur und Arbeitsmarktlage. So steigt die Krankenstandsquote mit zunehmendem Alter - unabhängig vom Geschlecht - stark an. Aber auch junge Arbeitskräfte, insbesondere Männer, weisen eine höhere Krankenstandswahrscheinlichkeit auf, als Arbeitnehmer im Haupterwerbsalter. Während junge Arbeitskräfte typischerweise eine hohe Anzahl an kurzen Krankenständen aufweisen, steigt mit zunehmendem Alter die Dauer der Ausfälle. Geschlechtsbezogen kann gesagt werden, dass Männer eine höhere Krankenstandsquote als Frauen aufweisen. Ein ausschlaggebender Faktor ist auch die Arbeitslosigkeit. So haben in den letzten 15 Jahren die Krankenstände der Arbeitslosen von 19 Tagen (1990) auf 36 Tage (2004) zugenommen. Arbeitslosigkeit stelle daher ein Gesundheitsrisiko dar.
Für die heimischen Betriebe beliefen sich die Kosten 2004 für 35 Mio Krankenstandstage auf 6,5 Mrd Euro. Das entspricht 3,1 % des BIP. Direkt zuordenbare Kosten werden mit etwa 2,5 Mrd Euro beziffert, während sich die indirekten Kosten der Krankenstände (Entgang der Wertschöpfung) laut Studie auf drei bis vier Mrd Euro belaufen.
Die Erhöhung der Lebenserwartung um ein Jahr führt über einen positiven Effekt auf die Arbeitsproduktivität zu einer Steigerung der Wertschöpfung um rund vier %, schätzen die Experten. Zudem ergebe sich durch die Gesundheitsvorsorge nicht nur eine Senkung der Gesundheitsausgaben, sondern damit würde auch der Druck in Richtung höherer Lohnnebenkosten (Krankenversicherungsbeiträge) verringert. Die Verlängerung der Lebenserwartung und eine bessere Gesundheit wirken sich auch positiv auf die Bildung von Humankapital aus.


Information über die Aufzeichnungspflichten
12 2
 
 

Über Uns    Infos    Kontakt    Anfahrtsplan    Gästebuch    Impressum    Links    Home

optimiert für1280x1024 und IE 6.0+
(c) 2006-2012 by Webmaster @ HG-Soft, 2130 Mistelbach