Zahlungsverkehr europäisiert
|
Nach jahrelangen Vorbereitungen werden grenzüberschreitende Euro-Überweisungen in Europa nun einfacher und schneller. Zwischen In- und Auslandsüberweisungen wird nicht mehr unterschieden. Die maximale Überweisungsdauer soll von anfangs drei auf einen Tag reduziert werden. Am Ende werden Überweisungen, Kartenzahlungen und Lastschriften in Euro genauso kostengünstig und sicher sein wie innerhalb eines Landes. 31 europäische Länder nehmen teil - die 27 EU-Staaten sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz. In Zukunft soll es ausreichen, nur mehr in einem Land ein Konto zu führen, um den gesamten Zahlungsverkehr in Europa abwickeln zu können. Der neue gemeinsame Zahlungsverkehrsraum (SEPA - Single Euro Payments Area) soll Motor für die weitere wirtschaftliche Integration Europas werden und vor allem den grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr unterstützen.
Durch SEPA werde es zwischen den europäischen Kreditinstituten zu mehr Wettbewerb und dadurch zu verstärktem Druck auf die Preise kommen. Die österreichischen Banken würden sich in allen Kategorien aber bereits unter den drei bis vier günstigsten Ländern befinden. Harmonisierung bedeute auch Kostenersparnis. Die europäische Wirtschaft werde durch SEPA global konkurrenzfähiger.
Österreichs Banken werden pünktlich und in großer Zahl in der Lage und bereit sein, an diesem neuen System teilzunehmen. Insgesamt 700 heimische Institute hätten sich zur Teilnahme verpflichtet, nur wenige Spezialbanken würden nicht daran teilnehmen. 100 bis 200 Mio Euro würden die einmaligen Umstellungskosten betragen, dazu kämen noch jährlich 136 Mio Euro durch die Übernahme der EU-Zahlungsdienste-Richtlinie. Die Kosten dafür tragen die Kreditinstitute, das alte Überweisungssystem läuft vorerst parallel weiter. Europaweit hätten sich 5000 der rund 8000 Banken zur Teilnahme verpflichtet.
Begonnen wird mit der schrittweisen Umstellung der technischen Systeme für Euro-Überweisungen (SEPA Credit Transfer). Ab Jahresmitte 2008 werden bei SEPA-Zahlungsanweisungen statt der Kontonummer und Bankleitzahl die international gültige Kontonummer IBAN und die internationale Bankleitzahl BIC verwendet.
Bis Ende 2010 sollen dann alle Kartenzahlungen an allen europäischen Terminals funktionieren. Dies solle vor allem ausländischen Gästen Erleichterungen bringen. Die meisten österreichischen Bankkarten sind schon heute im Ausland benutzbar.
Bereits jetzt dürfen die EU-Banken zwischen Inlands- und Auslandszahlungsverkehr nicht mehr unterscheiden. Die Dauer einer SEPA-Überweisung darf nur mehr maximal drei Tage betragen, nach der vollständigen Umsetzung der EU-Zahlungsdienste-Richtlinie per 2012 wird diese Frist auf einen Banktag verkürzt.
Im SEPA-Raum werden jährlich 73 Mrd. elektronische Überweisungen vorgenommen, davon mehr als 700 Millionen in Österreich. Dazu kommen noch 160 Millionen teure, beleghafte Zahlungen, deren Zahl weiter reduziert werden soll.
