 |
|
Wasserverknappung und Energiengpass gehen Hand in Hand!
|
Wasser und Energie sind untrennbar miteinander verbunden, wird bei der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science, einer US-Forschungsverbands (AAAS) in Boston verlautet. Von der Politik werden sie fast nie gemeinsam behandelt. Das wird zwangsläufig zur Zerrüttung der Wasser- und der Energieversorgung führen.
Wasser und Strom - wenn eine von beiden Ressourcen knapp wird, droht eine doppelte Versorgungskrise. Auch in Ländern, die Energie nicht aus Wasserkraft gewinnen, ist Wasser bei der Erzeugung von Energie unabdingbar. In den USA etwa entfallen auf Trinken und Waschen nur drei % des gesamten Verbrauchs - 39 % dagegen auf die Kühlung von Kraftwerken, was derzeit etwa 760 Mrd Litern Wasser entspricht.
Nicht nur für die elektrische Energie werden Unmengen an Wasser benötigt. Das gleiche gilt für Kraftstoffe. Bei der Herstellung von Benzin und Diesel wird ebenfalls Wasser benötigt. Gleiches gilt für jene Energieträger, denen die automobile Zukunft gehören soll, nämlich für Wasserstoff und Biosprit.
Haben Sie schon einmal bedacht, wie viel Wasser Sie verbrauchen, wenn Ihr Auto voll getankt wird? Ein mit Wasserstoff betriebenes Auto verbrauche umgerechnet rund 60 Liter Wasser pro Kilometer. Bei einem Auto mit Ethanol-Motor seien es gar 90 bis 300 Liter, weil die Ethanol-Lieferanten Mais und Sojabohnen großzügig bewässern müssten.
Wegen des Klimawandels prognostizieren Wissenschaftler teils dramatische Engpässe in der Wasserversorgung. Die potentiell bedrohten Regionen liegen nicht nur in der Dritten Welt, sondern auch in den Industriestaaten, wie den USA. Erst in dieser Woche wurde eine Studie veröffentlicht, laut der Lake Mead - der größte Stausee der USA - mit 50-% Wahrscheinlichkeit in den nächsten 13 Jahren komplett austrocknen wird. Ohne Lake Mead und den benachbarten Lake Powell besitzt das Colorado-Flusssystem keinen Puffer mehr, um die Bevölkerung der Südwest-USA in einem trockenen Jahr zu versorgen, wird beispielsweise aufgezeigt. Im Falle einer längeren Dürre sähe es noch schlimmer aus.
Derzeit können die USA dies bereits am eigenen Leib verspüren. Lake Mead und Lake Powell sind nach lang anhaltender Trockenheit nur noch etwa zur Hälfte gefüllt, die Wasserversorgung von Las Vegas ist bereits gefährdet. Sollte es im Frühling nicht zu ergiebigen Regenfällen kommen, droht im Sommer die Krise.
Es wird nicht nur Wasser für die Energiegewinnung, sondern auch Energie für die Wassergewinnung benötigt. Wird das Wasser knapp, steht weniger für die Energieproduktion zur Verfügung. Zugleich muss immer mehr Energie in die Wasserversorgung gesteckt werden - etwa für den Wassertransport in austrocknende Gebiete. Wasser von Nord- nach Südkalifornien zu bringen frisst kaum weniger Energie als die extrem energieintensive Entsalzung von Meerwasser. Die Folge könnten weit verbreitete Engpässe in der Energie- und Wasserversorgung sein.
Als Gegenmaßnahme schlagen die Experten in erster Linie einen sparsameren Umgang mit den Ressourcen und deren effizientere Nutzung vor. Wind- und Sonnenkraft sind aus der Sicht der Experten die wassersparendsten Energieträger. Atomstrom sei, je nach Effizienz des Kraftwerks, der wasserintensivste Energieträger, dicht gefolgt von fossilen Brennstoffen.
Allerdings gibt es auch bei diesen Kraftwerken Ansätze, den Wasserverbrauch zumindest zu drosseln. Das Atomkraftwerk von Palo Verde im US-Bundesstaat Arizona speist nicht - wie früher üblich - Flusswasser in den Kühlkreislauf ein, um es dann direkt in den Fluss zurückzuleiten. Das größte AKW der USA ist das einzige der Welt, das nicht einmal an einem Gewässer liegt. Als Kühlmittel dient, was zuvor aus den Toiletten benachbarter Städte floss, nämlich Abwasser, das für den Einsatz in den Kühltürmen geklärt wurde. Das Abwasser muss ohnedies aus Umweltschutzgründen gereinigt werden - diese Energie bringen wir also sowieso auf. Es sei unsinnig, geklärtes Wasser einfach in den nächsten Fluss zu kippen, anstatt es sinnvoll zu verwenden. Die Nasa recycelt das Abwasser in der Internationalen Raumstation sogar so weit, da der Transport von Wasser ins All zu teuer ist, sodass die Astronauten es trinken können und sie es auch aus gesundheitlicher Sicht vertragen.
 |
|
 |
|
 |
|
| |
|
|