Vor der Einreise in die EU, soll künftig eine elektronische Registrierung erforderlich sein. Dabei muss der Reisende Angaben zu seiner Identität, der Zahlungsart für den Kauf seines Flugtickets und das Reiseziel machen. Die Daten von Flugreisenden sollen von den Fluggesellschaften an die zuständigen Behörden in den Mitgliedsstaaten weitergeleitet und gespeichert werden. Dazu gehören: Name, Anschrift, Telefon- und Kreditkartennummer, Reisebüro, Sitzplatznummer, Umbuchungen und Stornierungen. Auf diese Weise sollen Terroristen besser aufgespürt werden können. Geplant ist, diese Daten für 13 Jahre zu speichern.
Kritiker sprechen von einem weiteren Schritt in Richtung Überwachungsstaat. EU-Justizkommissar Franco Frattini verspricht mehr Sicherheit: "Wir können nicht akzeptieren, dass Mafiosi, Terroristen oder Schlepper eine bessere Technik haben als unsere Polizei", sagte er am 13.02.2008 in Brüssel.
Deshalb sollen die 300 Millionen Reisenden, die jedes Jahr nach Europa und in den Schengenraum einreisen, zukünftig besser durchleuchtet werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den jährlich 80 Millionen visumspflichtigen Personen und 60 Millionen Drittstaatsangehörigen aus Ländern wie den USA oder Kanada, die kein Visum benötigen. Sie müssten die EU nach 90 Tagen eigentlich wieder verlassen, bisher wird dies jedoch nicht kontrolliert worden. Auch diejenigen, die in der EU eine illegale Beschäftigung aufnehmen, bleiben oft jahrelang unbemerkt. Deshalb schlägt Frattini nun sein elektronisches "Eingangs-Ausgangs-System" vor, das jeden einreisenden Drittstaatler registriert.
In Datenbanken sollen die Fingerabdrücke von Einreisenden in die EU gespeichert werden. Hinzu kommen könnten weitere biometrische Daten, wie Gesichtsform oder Augeniris. Wenn ein Reisender seine Aufenthaltsdauer von drei Monaten überzieht, schlägt das System automatisch Alarm und der Betreffende wird EU-weit zur Fahndung ausgeschrieben.
Alle Informationen, auch von den nationalen Radarschirmen und Satellitensystemen der Mitgliedsstaaten sollen zusammengeführt werden, um eine lückenlose Überwachung der EU-Außengrenzen zu ermöglichen.
