Letztes Update am 21.02.2008
1 2




 

Geldvernichtung: Inflation


Was jeder beim täglichen Einkauf ahnt, ist jetzt sozusagen amtlich. Die Inflation frisst den größeren Teil der Lohnzuwächse weg. Und zwar auch über längere Zeit, nicht nur in Inflations-Spitzenjahren, wie heuer. Das Wort Inflation beschreibt einen anhaltenden Prozess der Geldentwertung, der sich durch allgemeine Preiserhöhungen bemerkbar macht. Die Kaufkraft des Geldes verringert sich dauernd, das heißt: Für eine bestimmte Summe bekommt man im Laufe der Zeit immer weniger Ware. Dies trifft natürlich hauptsächlich jene Personen die ihr Vermögen in Bargeld vorrätig halten, was meist bei den Unterprivilegierten der Fall ist. Reichere haben ihr Vermögen entweder in Unternehmen oder in Immobilien angelegt und entgehen damit Großteils der Geldentwertung. Demnach ist die Inflation als systembedingter Diebstahl an den ärmeren Schichten zu sehen.
Laut Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) hat die Teuerung seit 1997 jedenfalls zwei Drittel der Einkommenszuwächse aufgezehrt und war damit der Hauptverantwortliche für die schwache Reallohnentwicklung. In den vergangenen zehn Jahren sind die Reallöhne (also das, was nach Abzug der Inflation übrig bleibt) mehrmals sogar gesunken.
Heuer (2008) dürfte sich laut Wifo trotz der hohen Inflation ein leichtes Plus ausgehen. Bei hohen Lohnrunden, selbst bei hoher Inflation kann dies der Fall sein. Viel mehr als 0,5 % Reallohnzuwachs werde aber nicht zu erwarten sein. Die Zahlen des Wifo weisen für die österreichischen Haushalte übrigens recht hohe Einkommen aus. Der durchschnittliche Haushalt (der statistisch gesehen aus 2,4 Personen besteht) verfügt netto über 3878 Euro (wobei Weihnachts- und Urlaubsgeld eingerechnet sind). 1997 waren es 2965 Euro. In zehn Jahren sind die Familieneinkommen also um knapp mehr als 30 % gewachsen. Das Preisniveau ist gleichzeitig um 19 % gestiegen.

Die Diskussion um die Ursachen der hohen Inflation hat unterdessen eine neue Facette bekommen. Hatten Experten in den vergangenen Wochen einen hohen Anteil an „hausgemachter“ Inflation ausgemacht – was die Regierung veranlasst, am 20.02.2008 ein „Inflationsbekämpfungspaket“ zu schnüren – so mehren sich jetzt Aussagen, wonach die Teuerung global erfolge, was Österreich nur sehr marginal beeinflussen könne.
Das Institut für Höhere Studien (IHS) meinte am 19.02.2008, die derzeit zu beobachtende Inflation sei „zum überwiegenden Teil nicht hausgemacht“. Und dort, wo sie selbstgebacken sei, habe dies einen einfachen Grund. Das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum, das Österreich in den vergangenen Jahren aufzuweisen hatte. Die derzeit diskutierten Maßnahmen – etwa die von der SPÖ verlangte Einmalzahlung zur Inflationsabgeltung – seien daher kritisch zu sehen. Die Kosten seien mit 120 Mio Euro zwar nicht so hoch, dass sie den Staatshaushalt gefährden könnten. Das Budgetdefizit sei aber für die gute Wirtschaftsentwicklung insgesamt zu hoch, sodass eher Sparmaßnahmen als zusätzliche Ausgaben angesagt wären.
Als Indiz dafür, dass die Inflation nicht hausgemacht sei, wird das Auseinanderdriften von Teuerung und Ölpreis gesehen. Die Inflation sei nach dem starken Anziehen der Ölnotierungen lange Zeit noch sehr moderat gewesen. Erst als das österreichische BIP-Wachstum ordentlich anzog, sprangen auch die Preise hoch. Die Marktkonzentration im Lebensmittelhandel solle keine besonders preistreibende Wirkung haben, weil unter den großen Handelsketten starke Konkurrenz herrsche.


Information über den Ölpreis
12 2
 
 

Über Uns    Infos    Kontakt    Anfahrtsplan    Gästebuch    Impressum    Links    Home

optimiert für1280x1024 und IE 6.0+
(c) 2006-2012 by Webmaster @ HG-Soft, 2130 Mistelbach