Der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) übersprang in New York am 22.04.2008 erstmals die Marke von 118 Dollar. Der unverminderte Ölpreisanstieg hat nun offenbar auch die Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC) aufmerken lassen. Laut ihrem Generalsekretär Abdullah al Badri wollen die OPEC-Staaten ihre Förderkapazitäten bis zum Jahr 2012 um fünf Mio. Fass pro Tag ausbauen. Zuletzt hatten sich wichtige Vertreter des Ölkartells noch gegen eine Anhebung der Förderung ausgesprochen. Nun dürften sie ihre Verantwortung für die Stabilisierung der Weltwirtschaft erkannt haben.
Die OPEC-Mitgliedsländer fördern derzeit im Schnitt 32,0 Mio Fass täglich. Der Ölpreis hatte am 2. Jänner 2008 erstmals die historische Schwelle von 100 Dollar je Fass überschritten. Auf Rekordkurs war am 22.04.2008 auch die Notierung der für Europa maßgeblichen Nordseesorte Brent. Sie kletterte auf den neuen Höchstwert von 115,05 Dollar je Fass.
Die OPEC-Mitglieder planen, in den nächsten vier Jahren 160 Mrd Dollar (rund 100 Mrd Euro) in den Ausbau der Produktionskapazitäten zu investieren. Außerdem seien Investitionen von 34 Mrd Euro geplant, um die Raffineriekapazitäten um rund drei Mio. Fass pro Tag zu erhöhen.
Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur (IEA) könnten die anhaltend hohen Ölpreise eine weltweite Rezession auslösen. Hohe Preise dämpfen auf jeden Fall die Nachfrage. Die IEA erwartet für die nächsten Monate einen Versorgungsengpass bei Erdöl und verweist dabei besonders auf den starken Rückgang der Förderung in der Nordsee, den USA sowie etlichen Nicht-Opec-Ländern.
