Letztes Update am 22.04.2008
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Weltweite Hungerkrise


Beim Frühjahrsmeeting 2008 des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington ging es um die globale Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf Banken und Industrie und um die Gefahren der weltweit steigenden Agrarpreise. Weltbank-Präsident Robert B. Zoellick: "Der Preisanstieg bei Reis um zehn % erhöht die Zahl der von Hunger betroffenen Menschen zB in Indonesien um zwei Millionen." Das "International Food Policy Research Institute" (IFPRI) hat folgende Rechnung aufgestellt: Jeder Prozentpunkt an höheren Nahrungsmittelpreisen bedroht 16 Millionen Menschen zusätzlich mit Hunger. Weltweit leiden etwa 854 Millionen an Hunger, 170 Mio. Kinder sind unterernährt.

Die Gründe für die Preissteigerungen, die in weiterer Folge auch die Inflation anheizen, sind kurz gesagt folgende: Der höhere Verbrauch, die Verarbeitung von Nahrungsmitteln zu Biosprit, und eine gigantische Spekulationswelle. Während in Afrika und Südostasien Millionen hungern, ist für Groß-Anleger das Geschäft mit Weizen und anderen agrarischen Rohstoffen zu einem tollen Geschäft geworden. Im ersten Quartal sind insgesamt 40 Mrd Dollar in Rohstofffonds gelaufen. Das sind etwa fünf Mal mehr als üblich.

Wer Ende 2006 in Agrar-Rohstoffe investierte hat sein Kapital verdoppelt. Goldman Sachs rechnet heuer mit einer Erhöhung des Weizenpreises um 80 %. Auf der anderen Seite muss die UNO das Budget für ihr Welternährungsprogramm wegen der gestiegenen Preise um 500 Mio Dollar auf 3,4 Mrd anheben. Wer mit einem Dollar pro Tag lebt, für den macht es einen gewaltigen Unterschied, ob er 20 Cent für ein Kilo Reis zahlen muss oder 30 und mehr.


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