Letztes Update am 15.01.2008
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Gewinnbeteiligung am Unternehmen


Der Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS), Bernhard Felderer, zeigte sich überaus an-getan von den Vorschlägen und sprach von "einer sehr wichtigen und lange fälligen Initiati-ve". Die geplante Möglichkeit, die Mitarbeiter nicht nur am Unternehmen direkt, sondern auch am Ertrag eines Unternehmens zu beteiligen, sei sehr begrüßenswert. Felderer: "Es ist nicht sinnvoll, dass sich jemand an der Firma beteiligt, von der er Lohn bezieht", das würde eine Kumulierung des Risikos bedeuten. Das habe auch die Bevölkerung erkannt, wie die GfK-Befragung zeige. Darin spricht sich eine klare Mehrheit von 63 % für eine Ergebnisbeteiligung aus.

Die Freiwilligkeit dieser Möglichkeit komme vor allem Klein- und Mittelbetrieben (KMU) entgegen. Das Thema sei in Österreich bereits oft diskutiert worden, so Felderer, der an die Idee einer bereits in den 60er Jahren von der ÖVP propagierten "Volksaktie" erinnert.

Skeptisch steht den Plänen Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger vom Interessenverband für Anleger (IVA) gegenüber: "Damit entstehen neue Ungerechtigkeiten, denn solche Modelle bevorzugen nur gewisse Gruppen", sagte Rasinger in Alpbach. Freiberufler, Mitarbeiter in der Verwaltung oder auch Mitarbeiter in Kleinbetrieben kämen wohl nicht in den Genuss solcher Vorteile. Und steuerliche Anreize würden "eine Komplizierung des Steuerrechts" sowie einen hohen administrativen Aufwand bedeuten.

Auch der ÖGB lehnt die Idee der Mitarbeiterbeteiligung ab. Die Gewerkschaft setzt weiter auf den Kollektivvertrag (KV). Außerdem wäre ein Großteil der Arbeitnehmer von Mitarbeiterbeteiligungsmodellen an sich ausgeschlossen. Denn Voraussetzung für eine Gewinnbeteiligung wäre, dass die Höhe der Gewinne bekannt ist - und kaum ein Gewerbebetrieb lege seinen Gewinn offen. Dazu komme, dass die Höhe der Gewinne gestaltbar ist. "Insgesamt wäre rund ein Drittel der Beschäftigten von den Mitarbeiterbeteiligungen von vorn herein ausgeschlossen, zum Beispiel der gesamte öffentliche Sektor und die Beschäftigten in gemeinnützigen Unternehmen", so der ÖGB-Präsident.


Info Erfolgsbeteiligung
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