Letztes Update am 15.01.2008
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Schwarzarbeit ist salonfähig?


Unter Schwarzarbeit ist Arbeit zu verstehen, die nicht offiziell geleistet wird, sondern an den verschiedenen Vorschriften vorbei, erbracht wird. Diese volkstümliche Erklärung weckt sofort den Eindruck, dass es sich dabei in Österreich um nichts Außergewöhnliches handeln würde. Tatsächlich ist das Unrechtsbewusstsein im Zusammenhang mit diesem Delikt nicht sehr ausgeprägt. Der gesetzestreue Arbeitgeber hingegen hat das Nachsehen. Er kann mit den Schwarzarbeitern nicht konkurrieren, abgesehen von den volkswirtschaftlichen Nachteilen. Der Steuerentgang oder die fehlenden Sozialversicherungsbeiträge bei der Schwarzarbeit, die dann allerdings wieder im Anlassfall keine Zahlungen nach sich ziehen (zB kein Arbeitslosenentgelt, keine Krankenvorsorge, keine Pension und vieles mehr). In der Regel fallen dann diese Personen erneut der Allgemeinheit zur Last und müssen erst recht wieder vom Sozialnetz aufgefangen werden.

Im Auftrag der EU-Kommission wurden 26.659 EU-Bürger befragt (davon 1.009 in Österreich). 5 % der Europäer gaben an, in den letzten 12 Monaten Schwarzarbeit geleistet zu haben. Bei rund 392,9 Mio Bürgern wären das fast 20 Mio. In Österreich ist der Anteil noch höher: 7 % oder 479.000 bekennen sich dazu, zumindest einen Teil ihres Einkommens ohne Versteuerung erlangt zu haben.

Damit liegt Österreich im EU-Vergleich an sechster Stelle. Am höchsten ist das Bekenntnis zur Schattenwirtschaft in Dänemark (18 %), Lettland und den Niederlanden, am niedrigsten in Zypern, Malta, Großbritannien, Portugal und Italien. Diese Zahlen sind freilich mit Vorsicht zu genießen, beruhen sie doch auf den eigenen Angaben der Befragten. Besonders weit verbreitet ist das Phänomen unter Studenten, Arbeitslosen und Selbstständigen. Im Durchschnitt verdient ein Schwarzarbeiter in Europa 16,6 Euro pro Stunde - wobei die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen noch größer ist als bei den regulären Löhnen: Während Männer angeben, 19 Euro pro Stunde zu bekommen, sind es bei Frauen nur zwölf Euro, also um über ein Drittel weniger. In der regulären Wirtschaft macht die Einkommensdifferenz 15 % aus.
Die Ursache für die Schwarzarbeit ist natürlich oftmals in der Höhe der Besteuerung und der Soziallasten zu suchen. Bei geringer Steuerlast würde sich niemand der Gefahr des Erwischtwerdens aussetzen, aber zu den Steuern kommen ja auch noch die Sozialabgaben, die einen Großteil des Einkommens schmälern.
Schwarzarbeit könnte wirkungsvoll bekämpft werden, wenn die Abgaben und Lohnebenkosten massiv reduziert würden. Ob dann der Staat noch genug Einahmen hat sei dahin gestellt. In den angrenzenden Staaten hat sich eine geringe Besteuerung (Flat Tax) sehr bezahlt gemacht.


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