Die EU-Innenminister haben die bisher größte Erweiterung der Schengen-Zone beschlossen. Die Grenzkontrollen zu Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Polen, Estland, Lettland, Litauen und Malta werden somit am 21. Dezember aufgehoben. Formal soll die Schengen-Erweiterung erst beim nächsten Innenministertreffen Anfang Dezember akkordiert werden. In den ersten neun Monaten 2008 wird Österreich verstärkt Kontrollen im grenznahen Raum - etwa durch Schleierfahndung – durchführen. Der Assistenzeinsatz sei mit rund 1.500 Soldaten bis "längstens Ende 2008" vorgesehen. Die Bundesheer-Soldaten würden nicht in sicherheitspolizeiliche Maßnahmen einschreiten, aber den grenznahen Raum auf illegale Einwanderer beobachten. Nach den Schengen-Bestimmungen darf das Militär keine Grenzkontrollen durchführen.
Während der Fußball-Europameisterschaft 2008 werden die Grenzkontrollen aus Sicherheitsgründen "punktuell und temporär" wieder eingeführt werden, kündigte Innenminister Platter an.
Die Grenzkontrollen an den Flughäfen in den neuen Schengen-Mitgliedstaaten werden wegen der fixen Evaluierungstermine erst Ende März 2008 aufgehoben. ist Bei dieser Erweiterungsrunde ist Zypern nicht dabei. Es braucht zuerst ein neues Erfassungs-System (Schengen-Polizeicomputersystem, SIS II), das auch biometrische Daten, wie Lichtbilder und Fingerabdrücke speichern kann. Dieses soll frühestens Ende 2008 in Betrieb gehen. Die beiden EU-Neulinge Rumänien und Bulgarien bleiben vorerst draußen. Schweiz will dem Schengen-Raum im November 2008 beitreten.
