Klagsflut gegen den Klimawandel
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In Australien klagen Umweltschützer gegen einen geplanten Abbau, in Kalifornien ziehen sie gegen Autohersteller vor Gericht, und Inuit (Eskimo) reichen eine Klage gegen den unmäßigen Schadstoffausstoß der USA ein. Den Aktivisten reicht es lediglich zu demonstrieren, sie wollen ihr Anliegen, den Klimawandel zu stoppen, vor Gericht bringen. Zivilklagen dieser Art haben trotz enormer Hürden bereits zu ersten Erfolgen geführt.
Auch wenn die Klagen abgewiesen werden - sie verstärken den Druck auf die Politiker, verbindliche Auflagen zum Schadstoffausstoß zu schaffen und sollen Firmen zwingen, ihre Produktpalette zu ändern oder ihr Image in der Öffentlichkeit aufzubessern. Richter erkennen endlich, was Wissenschafter schon seit langem vertreten, dass der Ausstoß von Treibhausgasen einen Klimawandel herbeiführt und daher die Emissionen reduziert werden müssen.
Dennoch führte kaum eines der bisherigen Gerichtsverfahren zu bedeutenden Siegen für die Umweltschützer. Sie verloren ein Verfahren in den USA und eines in Australien. Viele abgewiesene Klagen führen daher dazu, dass manche Beobachter die prozessierenden Umweltschützer als weltfremd bezeichnen und die Fälle mit dem einstigen Versuch verschiedener US-amerikanischer Städte vergleichen, Waffenhersteller für Gewalttaten verantwortlich zu machen. Andererseits hoffen viele Aktivisten auf ähnlich erfolgreiche Klagen, wie es sie in der Vergangenheit gegen Tabakhersteller oder Asbestproduzenten gegeben hat.
Bei Prozessen gegen einzelne Unternehmen ist es sehr schwierig zu beweisen, dass genau dieses Unternehmen die Umwelt besonders stark schädigt. Doch auch wenn bisher keine bedeutenden Siege vor Gericht zu verzeichnen sind, wird Aufmerksamkeit erregt. Das Hauptanliegen dieser Prozesse muss nämlich nicht unbedingt sein, einen Urteilsspruch bezüglich der Menge des erlaubten Treibhausgasausstoßes zu erzielen. Vielmehr ist es das Ziel, öffentliches Interesse zu wecken und Regierungen dazu zu zwingen, politische Lösungen zu finden.
Bisher waren diejenigen Klagen am erfolgreichsten, bei denen versucht wurde, zu beweisen, dass sich die Regierungen nicht stark genug für die Umsetzung bestehender Vereinbarungen zum Umweltschutz einsetzen. Diese Taktik wurde vor allem in Australien und den USA eingesetzt - zwei Ländern, die das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet haben. Doch auch in Kanada setzten Kläger auf diese Argumentation.
