Letztes Update am 15.01.2008
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Arbeitslosenregelung verbesserungswürdig


Die Höhe des Arbeitslosengeldes in Österreich liegt im OECD-Vergleich nur im Durchschnitt. Die Skandinavier erhalten bei Jobverlust das höchste Arbeitslosengeld. Österreicher, die kurzzeitig in die Arbeitslosigkeit rutschen und dann einen schlechter bezahlten Job annehmen als vorher, haben einer aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge sogar weniger Geld als mit dem Arbeitslosengeld.
Die aktuelle OECD-Studie "Benefits and Wages 2007" wurde am Donnerstag in Paris veröffentlicht. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2005.
Im Vergleich zu den meisten anderen OECD-Ländern erhalten Langzeitarbeitslose in Österreich eine gute finanzielle Ersatzleistung. Nach fünf Jahren ohne Job muss man in Italien, Griechenland und der Türkei ganz ohne staatliche Hilfe auskommen. Für kurzzeitig Arbeitslose in Österreich liegt die Höhe ihres Arbeitslosengeldes im OECD-Durchschnitt und ist nur wenig höher als die Leistung für Langzeitarbeitslose.

Trotz des niedrigen Arbeitslosengeldes schafft Österreich aber nur geringe Anreize für Kurzzeitarbeitslose, eine schlechter bezahlte Arbeit anzunehmen. Ein ähnliches Urteil fällen die Experten auch über Deutschland, wo trotz der äußerst umstrittenen "Hartz IV"-Reform ebenfalls wenige Anreize für Kurzzeitarbeitslose geboten werden. Im Vergleich dazu zeigt das System in den skandinavischen Ländern und auch in der Schweiz, dass es sich lohnt, wieder Arbeit anzunehmen.

Obwohl hier das Arbeitslosengeld und auch die Unterstützung von Langzeitarbeitslosen vergleichsweise großzügig sind, sind Arbeitslose finanziell in jedem Fall besser gestellt, wenn sie wieder Arbeit aufnehmen. In Österreich hingegen bleiben etwa einem Verheirateten mit zwei Kindern, der zuvor durchschnittlich verdient hat und nach kurzer Arbeitslosigkeit Arbeit mit zwei Drittel seines ehemaligen Durchschnittsverdienstes annimmt, nach Abzug von Steuern, Abgaben und entgangenen Transferzahlungen nur elf % seines neuen Bruttoverdienstes. Im OECD-Durchschnitt sind es immerhin noch 28 %. Wenn in Österreich der Ehepartner auch arbeitet, dann bleiben nach Abzug von Steuern, Abgaben und entgangener Transfers nur noch neun % des neuen Bruttoverdienstes übrig.

Wäre ein verheirateter Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern in Österreich bereit, nach Verlust seines Jobs für die Hälfte des alten Lohns zu arbeiten, dann würde er sich finanziell schlechter stellen, als wenn er nicht arbeitet, geht aus der Studie hervor.


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