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Höhenflug des EURO PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Freitag, 29. Februar 2008
Gestern, 27.02.2008, war der Euro erstmals mehr als 1,50 Dollar wert, im Laufe des Vormittags erreichte er mit 1,5087 seinen bisher höchsten Wert. Experten halten einen kurzfristigen Anstieg auf 1,60 Dollar für möglich. Mehrere Faktoren sind für den neuerlichen Euro-Höhenflug verantwortlich. Zum einen sind am Dienstag (26.02.2008) sehr unterschiedliche Konjunkturdaten veröffentlicht worden. In Deutschland (der mit Abstand wichtigsten Volkswirtschaft der Eurozone) hat sich die Stimmung laut der jüngsten Unternehmensumfrage überraschend verbessert. Hingegen wurde aus den USA gleichzeitig eine weitere Verschlechterung der Konsumentenstimmung gemeldet. Das erhöht den Druck auf eine weitere Zinssenkung in den USA und nimmt den Druck von der Europäischen Zentralbank (EZB), die Eurozinsen zu senken. Die wachsende Differenz zwischen Euro- und Dollarzinsen trägt dazu bei, dass Dollars in Euro umgetauscht werden, um sie in Europa zu veranlagen. Vor allem aber verfolgen die Notenbanken völlig konträre Philosophien. Während die US-Notenbank (Fed) am 27.02.2008 verlauten ließ, sie wolle der Bekämpfung des Konjunktureinbruchs erste Priorität einräumen und weniger kritisch auf die steigende Inflationsrate schauen, teilte die EZB mit, für sie habe die Inflationsbekämpfung oberste Priorität.
Die USA haben in den vergangenen Monaten ihren Leitzinssatz bereits mehrmals gesenkt und peilen eine weitere Zinsenreduktion an. Die EZB hingegen will ihren Leitzinssatz stabil halten, um der Gefahr der Anheizung der Inflation zu begegnen. Es ist zu erwarten, dass die Fed ihren Leitzinssatz im März erneut um einen halben Prozentpunkt auf 2,5 % senken wird, während die EZB sich maximal zu einer Reduktion um 0,25 Prozentpunkte im Laufe des Jahres hinreißen wird lassen. Der Dollar werde sich gegenüber dem Euro also frühestens in der zweiten Jahreshälfte etwas erholen.
Auf die europäische Exportwirtschaft kommen damit schwierige Monate zu, denn die anhaltende Dollarschwäche macht europäische Produkte im Dollarraum teuer – und mit dem erwarteten Anstieg auf 1,55 bis 1,60 Dollar würde der Eurokurs wohl den Bereich der Schmerzgrenze der Exportunternehmen erreichen. Tatsächlich kamen an den europäischen Börsen exportorientierte Unternehmen unter Druck.
Die Konjunktur sei in der Eurozone immer noch robust genug, um diesen Euro-Dollar-Unterschied verkraften zu können. Die EZB vertritt gar die Ansicht, der schwache Dollar wirke inflationsdämpfend, da Rohstoffe, die auf Dollarbasis gehandelt werden – etwa Rohöl – durch den Dollarverfall relativ gesehen sogar billiger würden.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 7. März 2008 )
 
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